Simulationspatientenprogramm (SP-Programm)

FAQs

Von den studentischen Mitarbeiterinnen des SP-Programms.

Wo werden SPs überall eingesetzt?

An der Charité werden die SPs vor allem für die Studiengänge Humanmedizin eingesetzt, aber auch in der Zahnmedizin oder bei den Pflegewissenschaften. International gibt es SPs oder Simulationsklienten sogar in der Veterinärmedizin.

Kann man SPs auch untersuchen?

Grundsätzlich ja, denn SPs können viele Befunde authentisch simulieren. Der Erfinder der Methode, Howard Barrows, war z. B. Neurologe und hat SPs ursprünglich vor allem dazu eingesetzt, Untersuchungstechniken zu üben. Häufig ist das aber gar nicht sinnvoll, denn SPs sollen Patienten nicht ersetzen.

Wie läuft ein SP-Gespräch z.B. in KIT eigentlich ab?

  • Vorabinformationen über den jeweiligen Fall findet Ihr auf Blackboard. Fragt Eure/n Dozenten_in oder die studentische AG KIT Email.
  • Ihr werdet von Euren Dozenten natürlich thematisch auf die Ziele (z.B. bestimmte Gesprächstechniken) der Simulationspatienten - Gespräche (Interaktionen) vorbereitet.
  • Am Tag der Interaktion steht Euch dann ein_e von uns auf die entsprechende Rolle trainierte_r Simulationspatient_in (SP) zur Verfügung. Generell warten die SPs vor der Tür des Seminarraums, sprechen sich kurz mit dem Dozenten ab und fühlen sich dann in ihre Rolle ein, bis sie von einem von Euch (in der Arztrolle) reingebeten werden. Das Gespräch geht dann direkt los.
  • Natürlich haben auch die anderen, die nicht selbst an der Interaktion teilnehmen, konkrete Beobachtungsaufgaben zu unterschiedlichen Aspekten der Gesprächsführung: verbales Verhalten, nonverbales Verhalten, Empathie, Struktur des Gesprächs. Damit ist gewährleistet, dass auch die Zuschauenden aktiv von der Interaktion lernen.
  • Während dem Gespräch versucht dann "die studentische Ärztin / der studentische Arzt" eine für die SP angenehme Gesprächssituation zu schaffen und gemeinsam mit dem / der SP die für das Problem wichtigen Informationen zu erheben und zu besprechen.
  • Wenn das Gespräch beendet ist, führt die studentische Ärztin den/die SP bis vor die Tür. Der/Die SP wird sich nun Zeit nehmen, um das Gespräch zu reflektieren und 2-3 wesentliche Punkte für das Feedback zu notieren.
  • Der/Die SP kommt dann nach ungefähr 5 Minuten wieder in den Seminarraum, um nach den klassischen Feedback - Sender - Regeln der Interviewer_in widerzuspiegeln, wie es ihr im Gesprächsverlauf ergangen ist. Umgekehrt nimmt die betreffende Student_in das Feedback nach den Feedback - Empfänger - Regeln entgegen. Natürlich kann die Student_in auch Fragen stellen. Die SPs wissen, dass das Feedback am besten in Dialogform stattfindet und freuen sich, wenn Ihr Fragen stellt und Anmerkungen macht.
  • Die übrigen Seminarteilnehmer geben dann zu ihren unterschiedlichen Beobachtungsaufgaben Feedback.
  • Im Optimalfall wird dann gemeinsam mit dem SP im Plenum über die Gesprächssituation gesprochen. Mögliche Lösungen und produktive Verhaltensweisen werden diskutiert.

Warum gibt es eigentlich solche „Interaktionen“?

Hierzu findet Ihr viele Informationen in Euren Studienhandbüchern, die auf Blackboard für Euch zugänglich gemacht werden. Es lohnt sich, da mal rein zu lesen!

Generell lässt sich sagen:

  • Je nach Studiensemester werden unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt: Anamnese, motivierende Gesprächsführung, Aufklärungs- und Beratungsgespräche, Überbringen schlechter Nachrichten, Tabus ansprechen
  • Das Erlernen dieser Gesprächsvarianten geschieht in einem geschützten Rahmen, in dem weder euer Verhalten noch Ihr selbst in Eurer Rolle als Interviewer bewertet werdet. Außerdem leiden die SP nicht wirklich an der Krankheit, um die es geht: Ihr könnt Gesprächstechniken und -strategien ausprobieren ohne dabei Angst haben zu müssen, etwas falsch zu machen.
  • Die SPs sind Schauspieler_innen oder Laienschauspieler_innen,die in jeder Rolle von uns trainiert werden. Besonderes Augenmerk legen wir dabei auf die Erarbeitung rollenspezifisch wichtiger Feedbackpunkte.
  • Durch das Feedback habt Ihr die Möglichkeit, zu erfahren, wie Euer Verhalten im Gespräch auf euer Gegenüber gewirkt hat.
  • Ihr habt die Möglichkeit, euch konkrete Tipps einzuholen, wie ihr Euer Verhalten ändern könnt, aber eben auch was ihr beibehalten solltet.

Was kann ich als Beobachter lernen?

Durch die konkrete Ausgabe von Beobachtungsaufgaben in der Gruppe und die anschließend stattfindende Gruppendiskussion im Rahmen des Feedbackprozesses sind alle aktiv gefordert und lernen deshalb gleich viel für ihre zukünftige Tätigkeit als professionelle/r Arzt/Ärztin in Klinik und Arztpraxis:

  • Als Beobachter habt Ihr eine globalere Perspektive auf das Patientengespräch
  • Ihr lernt, aktiv zu beobachten sowie Beobachtungen direkt und entsprechend den Feedbackregeln rückmelden zu können.
  • Ihr lernt eigene oder neue Verhaltensweisen in Arzt – Patienten – Gesprächen in Bezug auf verschiedenen Situationen und verschiedenen Patienten einzuschätzen.
  • Ihr seid Euch über Euer Verhalten im Arzt-Patientengespräch bewusst und erkennt, was Ihr in Zukunft verbessern könnt
  • besonders in der Feedbackrunde nach der Interaktion könnt Ihr von den anderen und ihren Ideen, Eindrücken usw. lernen

Besonderheiten der SP-Methode

  • Die Simulationspatient_innen sind Eure Spiegel für Euer Verhalten in der Interaktion und dafür ausgebildet, Euch in Eurem Lernprozess zu unterstützen.
  • Ihr könnt ihnen Fragen stellen.
  • Ihr könnt sie bitten, bestimmte Situationen nach dem Feedback nochmal durchzuspielen, damit Ihr herausfinden könnt, ob eine bestimmte Verhaltensmodifikation von Euch bei dem Simulationspatienten eine andere Wirkung erzeugt.
  • Solltet Ihr während der Interaktion einmal gar nicht weiter wissen: Ihr könnt ein Time-out nehmen und mit der Gruppe bzw. eurem Dozenten Rücksprache halten.
  • Ihr könnt euch die Rolle des Arztes teilen und das Patientengespräch zu zweit führen.
  • Ihr könnt Videoaufnahmen von der Interaktion machen, um euch selbst zu beobachten.

Wollen die SPs mich reinlegen? Wird vorher vorgegeben, wie die SPs auf mich reagieren?

Nein, den Simulationspatientenwerden keine Formulierungen oder Reaktionen antrainiert, die sie immer gleich abrufen. Sie sollen auf Euch individuell reagieren und der Persönlichkeit des dargestellten Patienten und der Situation entsprechend improvisieren. SPs lügen nicht. Darin unterscheiden sie sich von realen Patienten. Bei Fragen, dürfen sie einer Antwort ausweichen, aber keine von der Rollenvorlage abweichenden Antworten erfinden.

Spielt jeder SP nur eine Rolle?

Nein, die meisten SPs haben mehrere Rollen im Repertoire. Daher kann es auch sein, dass Ihr manchen im Laufe Eures Studiums mehrfach begegnet.

Aktuelles für Studierende

Keine Ergebnisse

Ansprechpartner

SP - Programm
t: +49 30 450 576 199

Schnell gefunden

HIS

Studierenden- und Prüfungsverwaltung

Campusnet

Das Portal für Studierende und Lehrende der Medizin

LMS Blackboard

Learning Management System

Campuspläne

Lagepläne aller 4 Standorte der Charité

weitere Links